129a-repression

gefangenensolidarität - antirepression - selbstschutz

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Was passiert gerade in Deutschland?

Ein kurzer Überblick über die letzten Aktionen mit denen bezweckt werden sollte den militanten Widerstand einzudämmen.

Wiedereinmal innerhalb von wenigen Monaten werden wir gezwungen Zeugen der schmutzigen Bewegungen der Bundesanwaltschaft zu sein: am 31. Juli wurden drei unserer Freunde in der Nähe von Berlin festgenommen, nachdem sie angeblich Brandsätze unter Fahrzeuge der Bundeswehr gelegt haben sollen. Eine vierte Person wurde in seiner Wohnung festgenommen, beschuldigt wird er die Erklärungen der Gruppe geschrieben zu haben. Drei weitere Personen befinden sich im Moment auf freiem Fuß, aber es laufen Ermittlungen gegen sie. Wofür genau? Paragraf 129a, terroristische Vereinigung: sie alle sollen der Militanten Gruppe, eine seit 2001 aktive klandestine Gruppe, angehören.
Wir haben ein paar Sätze dazu von der Antirepressionswebsite Gipselsoli übernommen, um über die Ereignisse der letzten drei Monate aufzuklären.

Diese Aktion ist die dritte dieser Art innerhalb der letzten drei Monaten in Deutschland gewesen. Seit Mai 2007 gab mehrere Hausdurchsuchungen aufgrund des Paragraf 129a in Hamburg, Berlin, Bremen, Strausberg und Bad Oldesloe:
* Am 09. Mai: Beschuldigungen zur „Bildung einer terroristischen Vereinigung mit dem Ziel der Verhinderung des G8-Gipfels“ (18 Personen sind betroffen und sollen unter verschiedenen Gruppennamen agiert haben), außerdem „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ (gemeint ist die militante Gruppe, betroffen sind drei Personen).
* Am 13. und 19. Juni: Beschuldigungen zur „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ (mit verschiedenen Gruppennamen u.a. AK Origami). Die Anschuldigungen beziehen sich auf Brandanschläge auf Fahrzeuge der Bundeswehr und eines Unternehmens, welches Kriegswaffen herstellt, in Glinde (2002), Bad Oldesloe und Berlin (2004 und 2006).
* Am 31. Juli: Beschuldigungen zur „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ (militante Gruppe, vier Personen wurden verhaftet, drei weitere sind beschuldigt).
Das BKA hat mehrere Male vor der Presse erklärt, dass die letzten Hausdurchsuchungen weder etwas mit den Razzien vom 09. Mai noch mit der Anti-G8-Bewegung zu tun hätten. Jedoch, wie die Erfahrungen aus ähnlichen 129a Verfahren und Prozessen zeigen, beruhen Durchsuchungsbeschlüsse meist auf vorher gewonnenen Durchsuchungsergebnissen. Diese Befugnisse erlauben den Behörden weitere Informationen über die radikale Linke zu sammeln. Auf diese Weise werden später folgende Verfahren konstruiert, vermutlich mit Anti-G8 Relevanz. Insgesamt führen nur 2% aller 129a-Verfahren zu Verurteilungen.
Die Untersuchungsakten allein für den 09. Mai umfassen ca. 80.000 Seiten. Getrennt von den Durchsuchungen gab es duzende Verfügungen zur Telefonüberwachung, das Verwanzen von Autos und Versammlungen. Ein Zeuge, welcher angeblich eine verdächtige Person nach dem Brandanschlag auf das Auto von Thomas Straubhaar identifizierte, brachte alleine 80 Fotos zum BKA.
Einige der Betroffenen werden beschuldigt eine “militante Gruppe” gegen den G8 initiiert zu haben. Die Anschuldigungen beruhen auf Telefongesprächen, bei denen Mitglieder der „Globale Landwirtschaft“-Arbeitsgruppe darüber sprachen die Kampagne zu intensivieren. Verdächtig wurden sie, als sie die Webseiten der Firmen, die sie kritisieren besuchten oder am Telefon über die Standorte der Firmenniederlassungen sprachen.
Ein Großteil der Daten besteht aus Analysen von „selbstbelastenden Schriften”. Dies bedeutet, das Vergleichen von Texten auf Formulierung von Sätzen, Zeichensetzung, grammatikalische Fehler, wie „Schwäche beim Genitiv“, Groß- und Kleinschreibung. Weitere Faktoren sind die Position des Datums, dessen Schreibweise, der Gebrauch von Wörtern wie „Imperialismus“ oder „Prekarisierung“, Verweise auf andere Kampagnen und linke Gruppen, die Schreibweise: „dissent“, „dissent“ oder „Dissent“, sowie G8 oder G-8, usw. Verglichen wird auch auf die Benutzung einzelner Wörter wie „das Scheffeln von Geld“, „IWF“, usw. Nach jeder Analyse wird ein Profil von der/m potenziellen AutorIn erstellt: Herkunftsort, politische Orientierung, schulische Bildung und Position des Autors im jeweiligen politischen Spektrum. Einige der Texte werden nachher spezifischen Personen zugeschrieben.

Ein Großteil der Daten ist nicht dafür beabsichtigt sie nur in dem jeweiligen speziellen Fall zu nutzen, sondern im Gegenteil die Recherchen sind für Informationssammlungen des Verfassungsschutzes bestimmt. Dies zeigt sich daran, dass die Behörden seit den Anfängen der Anti-G8-Bewegung Informationen über diese sammeln. Für die letzten beiden Treffen des „dissent!“-Netzwerkes gab es Befugnisse, mit welchen es möglich war die Handyzelle um den Mehringhof (autonomes linkes Zentrum in Berlin) und um die Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik zu überwachen. Es wurden alle Handys, welche sich im lokalen Netz eingeloggt hatten registriert, betroffen waren davon jeweils über 250 Personen. Die Anwesenheit von InformantInnen ist dabei auch keine Überraschung.
Alles in allem, nach der langen Zeit im Dunkeln und in Unwissenheit während der „militanten Kampagne gegen die G8“ (eine zwei Jahre lange militante Kampagne in allen Teilen von Deutschland, getragen von verschiedenen autonomen Gruppen, mit über hundert Brandanschlägen und Zerstörungen von Eigentum) schlugen die Behörden besonders hart zu, um dies alles zu stoppen.
Dies war ihr Versuch den militanten und sich selbst treu gebliebenen Widerstand einzuschüchtern, aber dies gelang nicht so wie erhofft., weder die Untergrabung der Solidarität innerhalb der autonomen Bewegung noch die Beendigung der militanten Angriffe.

Dies war erst mal eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse. Etwas was uns gleichermaßen interessiert, ist es ein paar Worte über die Solidarität zu äußern. Positiv hervorzuheben ist die gute Solidarität, welche sehr schnell gezeigt wurde nach den Razzien im Mai. Am selben Abend fanden unzählige Demonstrationen, nicht nur in Deutschland, statt. Die größten Versammlungen gab es in Hamburg, mit 2000 Personen und einigen Ausschreitungen, und Berlin, mit 5000 Personen unter dem Motto „Wir sind alle 129a!“ und „Wir sind alle die militante Gruppe!“. Außerdem kam es zu vielen direkten Aktionen in den nächsten Tagen, eine davon von der militanten Gruppe selber, wobei zwei Polizeitransporter abbrannten. Das Ziel der Repressionsorgane den radikalen Widerstand gegen G8 und Kapitalismus einzuschüchtern gelang nicht in der Art wie es erhofft war. Darüber hinaus gab es nur sehr wenige distanzierende Stimmen (hauptsächlich der Führung bei Attac usw., aber nicht deren Basis) gegenüber den beschuldigten Personen oder dem militanten Widerstand. Die geringe Anzahl an Distanzierungen ist sehr positiv zu bewerten.

Bereits jetzt wurde einige Personen in Norddeutschland von der Bundesanwaltschaft eingeladen, um Aussagen gegenüber ihren beschuldigten Genossen der 13./19. Juni – Operation zu machen.
Die erste Person mit solch einer „Einladung” erschien zusammen mit 40 solidarischen Menschen bei der Polizei und erklärte, dass sie keine Aussagen machen werde und bereit sei die Konsequenzen zu tragen. Wenn jemand in Deutschland als ZeugIn vorgeladen wird und die Aussage verweigert, ist es möglich dafür bis zu sechs Monate inhaftiert zu werden. Dies passierte im Magdeburger 129a-Verfahren, wo mehrere Personen gegenüber ihren FreundInnen aussagen sollten und einer der Zeugen fast sechs Monate im Gefängnis saß, um trotzdem Aussagen von ihm zu erpressen.

Zurück zum letzten Schlag der Repressionsbehörden gegen die mutmaßliche Militante Gruppe. Es ist die Tatsache, dass drei Genossen momentan in Knast sitzen unter den üblichen schweren Konditionen. Seit dem Beginn des ganzen, wurde viel Solidarität gezeigt, speziell für einen der Gefangenen. Er wurde nicht während eines angeblich versuchten Brandanschlags verhaftet und er arbeitet an der Universität, weshalb er für viele Menschen einen besonderen Status hat. So wie es aussieht scheint es keine schwere Sache für viele Menschen zu sein, Solidarität mit einem kriminalisiertem Lehrer und Opfer eines zwielichten und abgekarteten Spiels der Polizei zu zeigen. Und wir, selbstverständlich, geben ihm natürlich auch unsere ganze Solidarität! Währenddessen wir diesen Text schreiben, ist es sehr erfreulich, dass dieser Genosse aus dem Knast entlassen wird. Er kam frei nach der Zahlung einer Kaution, aber es ist unklar, ob er bis zum Prozessbeginn nicht vielleicht doch noch einmal in den Knast muss. Die Bundesanwaltschaft ließ verlauten, dass sie gegen die Entscheidung der Freilassung vorgehen wolle.
Für eine Vielzahl von Leuten, wie etwa normale BürgerInnen, UniversitätslehrerInnen und Möchtegern-PolitikerInnen innerhalb unserer Bewegung, scheint es eine Unmöglichkeit zu sein, Unterstützung für diejenigen zu zeigen, welche möglicherweise einen Brandanschlag gegen die Todesmaschinerie der deutschen Armee unternommen haben.
Viele Menschen fürchten sich davor vom Staat als MG-UnterstützerInnen oder einfach als „gewaltbereit“ eingestuft zu werden. Andere verurteilen absolut jede Form der Gewalt, sogar diejenige gegen Sachen.
Allgemein nehmen es einige in Kauf nicht zu viel über die drei „anderen“ zu sprechen, weil daraus resultieren würde, dass es schwierig wäre alle oben erwähnten verschiedenen UnterstützerInnen in dasselbe Boot zu holen.
Wir wollen uns den Stimmen aus dem Chor anschließen und das Bedürfnis zurückfordern, offene Unterstützung auch für diejenigen zu zeigen, welche für „schuldig“ erklärt werden etwas Ungesetzliches getan zu haben.
Für uns gibt es keine Unterscheidung zwischen „Unschuldig“ und „Schuldig“: diese Kategorisierungen gehört nicht in unseren anarchistischen Background, ferner sollten diese bei keinem aufrichtigen linken Radikalen und dergleichen zu hören sein.
Wir müssen fähig dazu sein unsere volle Unterstützung für diejenigen auszudrücken, die mit ihren favoritisierenden Mitteln gegen die gegenwärtige Gesellschaft kämpfen. Sie müssen fühlen, dass sie nicht alleine sind und dass wir für sie und für ihre möglichen Handlungen eintreten. Natürlich darf diese Solidarität eine dauerhafte und kritische Debatte mit unseren Freunden nicht ausschließen.
Deshalb ist es äußerst wichtig, dass wir uns nicht aufspalten lassen zwischen „gut“ und „böse“, dies ist das normale Spiel des Staates und des Kapitals. Es ist wichtig, eine entschlossene Unterstützung für all unsere eingesperrten Weggefährten ohne jedwige Unterscheidungen zu zeigen.
Und wir sind glücklich darüber zu sehen, dass es eine Vielzahl an Stimmen gibt, die auch unserer Meinung sind, wie viele Solidaritätsbekundungen innerhalb der letzten Tage zeigen.
Mittlerweile gab es drei Kundgebungen vor dem Knast, in dem unsere Genossen festgehalten werden, die erste kurz nachdem diese dorthin gebracht wurden. Zwischen 200 und 300 Personen nahmen an den Kundgebungen jeweils teil. In der Nacht nach den Verhaftungen wurde in Berlin ein Fahrzeug des Bundesverfassungsgerichtes in Brand gesteckt. Einige Tage später gab es einen versuchten Brandanschlag auf ein Justizgebäude in Berlin, welcher die Polizei und die Presse in Panik versetzte. Am darauffolgenden Wochenende brannten mehrere Fahrzeuge von Unternehmen, welche in Atomtransporten involviert sind, außerdem ein Fahrzeug der Bundeswehr.
Währenddessen gab es mehrere Solidaritätstreffen, unzählige Unterstützungserklärungen und Flugblätter wurden verteilt, Transparent aufgehangen und Geld organisiert.
Um es noch einmal zu verdeutlichen, wir lassen uns nicht einschüchtern, viel lieber werden wir weiter kämpfen, als zu Hause zu sitzen und Postkarten an die Gefangenen zu schreiben (auch wenn dies ein sehr wichtiger Teil unseres Kampfes ist).
Es ist auch sehr beachtenswert, das sich selbst reformistische Gruppen, wie Attac-Basisgruppen und Teile der Universitätswelt, an den Solidaritätskampagne beteiligen. Beim Attac-Sommercamp formierten sich 400 Personen zu einer spontanen Demonstration unter dem Motto „Wie sind alle Terroristen!“
Dieses ist vermutlich aber nur ein Papiertiger, entstanden durch die Tatsache, das einer der Angeklagten ein Soziologe ist, aber es ist zu beachten, dass möglicherweise ein paar Menschen nun angefangen haben sich Fragen über den tatsächlichen Zustände zu stellen.

Der ausgiebige Gebrauch des Paragrafen 129a soll unseren Widerstand kriminalisieren, in Ländern wie Spanien und im besonderen Italien, wo er praktisch alle zwei Monate angewandt wird, ist dies bereits zur grausamen Realität geworden. Bewegen wir uns in die selbe Richtung? Wie wir einst in unserer Broschüre „Repression gegen AnarchistInnen in Italien“ geschrieben haben, ist es nur eine Frage der Zeit bis jede Freundschaft unter diesen Paragrafen kategorisiert werden wird.
Allerdings haben diese Ereignisse dazugeführt, dass gerade eine große Kampagne zur Abschaffungen der Paragrafen 129a und b initiiert wird. Außerdem wird dies nur der Auftakt für eine Offensive gegen den Überwachungsstaat und dessen verschiedenste Formen der sozialen Kontrolle sein. Am 22. September wird es Berlin eine große Demonstration geben, an welcher auch ein großer autonomer Block gegen den Überwachungsstaat und für die Abschaffung des besagten abartigem Paragrafen teilnehmen wird.

Um es nochmals zu wiederholen, für uns gibt es nur eine Terroristenorganisation und dies ist der Staat. Deshalb ist es ein großer Widerspruch Menschen, welche sich aktiv einer der Hauptorganisation des Todes und des Terrorismus, wie der Armee, entgegensetzen, jetzt als Terroristen zu benennen! Dies ist etwas worüber jeder selbst nachdenken sollte.

Wir dürfen nicht vergessen zu erwähnen, dass das Problem nicht nur die Inhaftierung von jemanden aus unserem Umfeld ist, sondern noch mehr sogar durch die Existenz des Gefängnisses vertreten wird. Die Existenz dieser grauen Wände ist eine Bedrohung für uns alle und wir müssen tagtäglich für deren Zerstörung kämpfen.

Freiheit für Axel, Florian und Oli!
Für die Einstellung aller §129a und b – Ermittlungen!
Freiheit für alle!
Zerstört alle Gefängnisse!

ABC Berlin

Der Text zum download hier.


What's going on in Germany?

A short overlook about the last operations aimed to bring down the militant resistance.

Once again within a few months we are forced to witness the dirty movements of the BAW (General Federal Attorney): on the 31st of July, three comrades got arrested near Berlin, allegedely after having placed some incendiary devices under a few military trucks. A forth person has been arrested in his apartment, accused of being one of the people who wrote the communqués of the group. Three other comrades are (at the moment) with free feet, but under investigation. For what exactly? Paragraph 129a, terrorist association: all of them are accused of belonging to the Militante Gruppe, a clandestine group active since 2001.
We borrow some words from the anti repression website Gipfelsoli in order to clarify the happenings of the last three months.

This is the third of such operations within the last three months in Germany.
As of May 2007 there have been several raids following four investigative procedures based on paragraph 129a in Hamburg, Berlin, Bremen, Strausberg and Bad Oldesloe:
* On 9 May based on allegations of "forming a terrorist organisation for the purposes of stopping the G8 summit" (under various group names, 18 persons) as well as "membership in a terrorist organisation (militante gruppe, 3 persons, based on attacks which took place since 2001).
* On 13 -19 June based on allegations of "forming a terrorist organisation (under several group names, e.g. AK Origami). The allegations focus on arson attacks on vehicles belonging to the military and to a company involved in arms manufacturing in Glinde (2002), Bad Oldesloe and Berlin (2004 and 2006).
* On 31 July based on allegations of "forming a terrorist organisation" (Militante Gruppe, 4 persons arrested, 3 others searched and under investigation).
The federal criminal bureau explained several times to the press that the following house searches had neither anything to do with the raids on 9 May nor with the anti-G8 movement. However, as previous experience in 129-related investigations and trials has shown, search warrants can be obtained based on construed "research findings". This allows the authorities to gather additional information on the radical left movement. In this way, these "findings" contribute to investigative procedures in respect to future attacks; "facts" which are supposedly "linked" with G8. Only 2% 129a cases lead to conviction.
The investigative files on the 9 May raids alone add up to about 80,000 pages, about 200 notebooks. Apart from the raids, dozens of phone-tapping permits have been issued, as well as bugging cars and meetings. A witness who supposedly identified a "suspicious person" after the arson attack on Thomas Straubhaar's car turned 80 photos in to the federal criminal bureau.
Some of the persons concerned are accused of initiating a "militant group" against the G8 2007. These allegations are based on telephone conversations where members of the "Global Agriculture" working group spoke of "stepping up" the campaign. The accused became suspects after visiting the web sites of the companies they are criticising or having spoken on the phone about the locations of the companies. This campaign would necessitate IT experts who specialise in setting up mailing lists, servers and managing web sites.
A large part of the files consist of analyse of "self-incriminating writings." This entails comparing how sentences are formulated, punctuation, grammatical errors such as "weakness in the genitive case," or whether letters are capitalized. Additional factors looked at are where the date is placed (right or left of the page), written with or without zeros, use of words such as "imperialism" or "precarity", references made by the author to particular campaigns and left groups, whether the spelling is "dissent!", "dissent" or "Dissent" (G8 or G-8 ) etc. Comparisons are also made between texts for similar expressions such as "raking in the money", "IWF", etc.
After every analysis a profile is drafted of potential authors of the text: city of origin, political affiliations, educational background, and position of the author within their political spectrum. Some of the texts are subsequently attributed to specific persons.
Data is compiled on the accused house mates, with whom s/he has phoned, phone and internet service providers, at which demonstrations the accused was detained, or which collaborative projects the person is working on.
Much of the data is not intended for exclusive use in the investigation of a particular case. On the contrary, it appears that inquiries for further information collection regardless of context were placed by the BKA at the Federal Office for the Protection of the Constitution (Verfassungsschutz), political "crime unit" of the BKA. In any case, the circumstances clearly indicate that the authorities have probed extensive information on the radical left and anti-G8 movements since the beginning. Surveillance permits for the radio cells in and around Mehringhof (autonomous left center in Berlin) and the HWP high school were requested for at least the first two "dissent!" network meetings in Hamburg and Berlin, both of which were attended 250 persons. In this vein, the authorities probably have logged every mobile phone which registered with the local network there. The presence of informants at the meeting itself also comes as no surprise.
All in all, after being lost in the darkness for long time, while the "Militant campaign against the G8" (a 2 year long militant campaign spreaded all over Germany, carried on from different automous groups, involving hundreds of arsons and property destruction attacks) was striking hard especially in northern Germany, repressive forces did try to put an end to this organising these frame ups, before and after the G8 summit.
It was their attempt to intimidate militant and uncompromised resistance, but it did not really succeeded, neither in undermining the solidarity inside the different areas of the autonoumous movement, nor in stopping the militant attacks.

So far a short summary of some facts.
What interestes us even more, is to spend few words about solidarity.
A positive thing to be noticed, is the good solidarity which developed immediately after the first raids in May.
On the same night, demonstration took place everywhere, in Germany but not only, with Hamburg and Berlin on top of the cake.
Hamburg saw a spontaneous demonstration with more than 2000 people, with some clashes afterwards, and Berlin brought up to 5000 people on the streets, all under the motto „We are all 129a!, „We are all Militante Gruppe“.
As well, many direct actions followed the days after, among them one by the Militante Gruppe which torched two police vans.
The goal of repression forces, to intimidate any radical resistance against G8 and capitalism, did not worked out as planned.
Above all, very few voices (mostly heads of Attac and such, but not their basis) were distancing themselves from the people under investigation or the militant resistance. Also a very positive sign.

As well, some comrades in northern Germany have been already „invited“ from the Federal General Attorney (BAW) to make declarations about their comrades under investigation for the 13 – 19 June operation.
The first person who received this „invitation“ went with other 40 solidal comrades to the cops, declaring she refuses to declare anything, and ready to face its consequences.
In Germany if you are called as witness and you refuse to testify, you can be held up to 6 months in detention. The last case happened with the infamous Magdeburg trial, where several people refuse to testify against their comrades and one of them sat almost 6 months in prison following his refusal to cooperate.

Back to this last strike against the alleged Militante Gruppe, it is a fact that three comrades are now sitting in jail under the usual heavy conditions. From the very beginning on, many expressions of solidarity have been spoken especially in regard to one of the prisoners. He was not arrested within an alleged arson attack, and he works at the university, so he has a certain kind of status in the eyes of many people. It does not seem like a difficult thing for most people to give him solidarity as a criminalized teacher, victim of some dodgey police frame up. And we, of course give him all our solidarity as well!
In the meanwhile, as we are writing this text, we are able to welcome this comrade out of prison!
He came out after paying a caution (bail), but it is yet unclear if he will be able to remain outside until the possible beginning of a trial.
The federal criminal attorney declared already that they will fight against the decision of letting him out.
On the other side, for a large number of people, such as the normal citizens, university teachers and wannabe politicians within our movement, it is a way more an undefendable thing to show support for those who perhaps enterprised an arson attack against some death machines of the German army.
Some people fear to be categorized as MG supporters or simply as „ready to use violence“ from State forces, others condemn absolutely any form of violence, even the one against mere things.
Generally some prefere to pay the price of not talking too much about the three comrades, because then it would result a difficulty to keep all the aforementioned different supporters on the same boat.

We want to join the (many) voices out of the chorus and reclaim the need to show open support for the ones who might even found „guilty“ of some illegal action.
We do not distinguish between innocents and guilties: this category do not belong to our anarchist background, neither we think should belong to any sincere left radical and similars.
We must be capable of expressing our full support for anyone who is fighting with his/her favourite means against this present society, let them feel they are not alone and that we stand with them and for their eventual actions; of course, this solidarity would not exclude a permanent, critical debate with our comrades.
Therefore it is extremely important to not let ourselves be split between the usual „good“ and „bad“, the normal game played by the State and Capital. It is important to show a clear and critical support to all our imprisoned comrades, without any distinction.
And we are happy to see that there are several voices screaming the same, to tell the truth well more than expected, a good sign, as well as witnessing many solidarity actions within the last couple of days.
Indeed, two rallies have been held in front of the prison where the comrades are being held, just as soon as they got transferred there, both were quite well attended with an average of 300 comrades; but, even before this, one night following the arrests, a car of the federal constitutional court got torched in Berlin.
A few days later an attempted arson against a justice building, in Berlin again, threw the cops and media into a panic.
Last weekend several cars belonging to companies involved within the nuclear transport got burned, and among them a car property of the German army.
Meanwhile, a well attended solidarity meeting took place, many calls to solidarity have been spread, leaflets distributed, banners dropped and money organised.
To make it clear again: we do not let ourselves be frighten, but rather we choose to struggle further than sitting home merely writing postcards to the prisoners (although this is a very important part of our struggle as well).
It is also worh noting that the participation of reformists groups such as Attac bases and large part of the university world are also within the solidarity campaign.
At the Attac summer camp, 400 people made a spontaneous demonstration following the arrests, chanting „we are all terrorists“ (!).
This is probably just a papertiger origined by the fact that one of the defendant is a sociologue, it is well worth to notice that perhaps some other people around began to ask themselves a few more radical questions about the actual state of things.

However, this occasion has been used to propose a general campaign for the abolition of the paragraph 129a and b, and to go on the offensive generally against social control: a large demonstration, planned also from reformists groups for the 22nd of september, will see the appearance of a large, autonomous block against social control and the abolition of the aforementioned infamous paragraph.
The extended usage of this paragraph seeks the criminalization of our resistance, and in countries like Spain and especially Italy, where it is used virtually every two months, it has become a scary normality.
Are we heading in the same direction?
As we wrote once in our brochure „Repression against Italian anarchists“, it is just a matter of time until every friendship will be catalogued under this paragraph.

We repeat it again, for us there is only one terrorist organization, and that is the State.
Therefore it seems a big contradiction how people who actively oppose it are compared to one of the main organization of death and terrorism, such as the army, are being now called terrorists!
Something everybody can reflect on.

In closing, we do not have to forget that the problem is not only represented by the imprisonment of the ones close to us, but even more by the existence of the prison itself.
The existence of those grey walls, is a threat to us all and we must fight for its destruction, day by day.

Freedom for Axel, Florian, and Oli!
For the suspension of all pragraph 129a and b inquiries!
Freedom for all!
Destroy all prisons!

ABC Berlin

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